Ausmisten! Warum und Wieso überhaupt?
- Martina Hirte-Schwab
- 16. Okt. 2024
- 7 Min. Lesezeit

Ausmisten.. Ahhhh! Ich liebe es! Wirklich!
Das verschafft mir einen regelrechten Kick. Ausmisten ist meine Droge!
Ich bin hoch motiviert, nein – über motiviert sogar! (Kann man überhaupt über motiviert sein? Egal, beleuchten wir wann anders)
Ich bin richtig heiß! Heiß darauf deine Bude auf den Kopf zu stellen. Alles einmal auf links zu drehen, rauszuschmeißen was geht und danach logisch und effizient neu zu ordnen!
Große Ziele, ich weiß! Aber machbar! Auf jeden Fall machbar! Garantiert!
Wenn du das willst..
Inhalt:
1. Vorurteile zum Thema aufräumen bzw. ausmisten
2. Warum wir oft nicht anfangen
3. Warum es sinnvoll ist, auszumisten
4. Was wäre, wenn alles so bleibt wie es ist
5. Warum fällt es oft so schwer
6. Warum mit Unterstützung
7. Fazit
Vorurteile zum Thema aufräumen
Es kostet dich Überwindung, ich weiß.
Daher räume ich hier mal mit allem auf, was mir so begegnet und in den Köpfen rumgeistert.
Das geht nur mir so, bei allen anderen ist es ordentlich
Alle anderen haben ihr Leben im Griff, nur ich nicht
Wieso sieht es bei mir nur so aus, das müsste doch hinzukriegen sein
Ich kann das nicht wegtun, das hat mal so viel Geld gekostet
Das ist doch von meiner Tante, das fühlt sich an wie Verrat, wenn ich es wegschmeiße
Das waren doch ganz persönliche Briefe von meiner Mutter an meinen Vater, das kann ich doch nicht einfach in den Müll werfen
Das kann ich sicher nochmal irgendwann gebrauchen
Ich kann dich an dieser Stelle schonmal beruhigen. Es ist gut so! Du musst gar nichts! Du bist ganz normal, so wie dir geht es Millionen anderer Menschen auch.
Warum wir oft gar nicht erst anfangen
Oft behalten wir Dinge aus den falschen Gründen:
Ich habe ja genug Platz
Das habe ich mal geschenkt bekommen
Das war doch so teuer
Das kann ich sicher irgendwann nochmal gebrauchen
Da passe ich in x Monaten/Jahren wieder rein
Warum es sinnvoll ist, auszumisten
Wie Guido Kretschmer in seiner Sendung immer sagt: Das tut nichts für dich.
Ich liebe diesen Satz. Das steckt so viel Weisheit darin. Denn das ist doch letztlich das einzige was zählt. Tut es etwas für dich, oder nicht!?
Egal, ob es um Klamotten geht, oder das Silberbesteck von der Omma. Tut es etwas für dich? Macht es dich glücklich? Nutzt du es wirklich?
RaumFrei = KopfFrei
Und Leben ist Bewegung.
Alles verändert sich – ständig.
Das ist normal. Das ist der Lauf der Dinge.
Es ist nur logisch auch das Zuhause immer wieder daran anzupassen.
Du entscheidest vielleicht keine Flüssigseife mehr zu verwenden, sondern nur noch feste Seife. Das bedeutet der Seifenspender kann weg und du benötigst jetzt eine Seifenablage.
Oder du möchtest ein Visuelles Statement setzen nach einer Trennung oder einem Verlust.
Es gibt unzählige Vorteile auszumisten und neu zu ordnen. Allen voran, das gute Gefühl danach. Aber nicht nur! Hier eine Auflistung:
Platz und Raum für das Wesentliche – Träume, Ideen, Vorhaben
Du findest alles, was du suchst, auf Anhieb!
Eine geordnete Umgebung tut uns gut – nachweislich
Du machst persönliche Entwicklungen durch, immer mal wieder
Leben ist Bewegung – Nachhaltigkeit, Persönliche Entwicklung
Der richtige Zeitpunkt. Saisonal, vor Ereignissen, vor Umzügen..
Längst vergessene Schätze treten ans Licht
Mit warmer Hand geben
Was wäre, wenn alles so bleibt wie es ist
Natürlich musst du gar nichts ändern.
Grundsätzlich musst du erstmal gar nichts!
Es ist aber auch so, dass wir uns selten weiterentwickeln, wenn wir uns nicht ändern.
Wenn wir nichts an unserer Umgebung verändern. An unserem Verhalten. Unseren Routinen.
Und ich weiß, das kann erstmal Angst einflössen.
Aber auch das ist normal.
Wenn du einen neuen Weg beschreiten möchtest, gehören anfängliche Verunsicherung und Angst mit dazu.
Daher braucht es ja auch Mut dafür.
Und Mut ist die Überwindung von Angst. (Schön veranschaulicht in „Asterix und die Wikinger“, wer auf Comics steht. Für mich Teil der Kindheit und Lehrmeister zugleich.)
Wenn alles so bleibt, wie es ist, läufst du auch Gefahr, etwas zu verpassen.
Du verpasst die Chancen, die hinter jeder Veränderung stehen.
Die Möglichkeiten, die jede Veränderung bietet.
Das Aufregende, Neue.
Du verpasst aber auch das Glücksgefühl dir etwas Neues zum Anziehen zu kaufen, wenn du endlich abgenommen/zugenommen hast, so wie du es schon so lange wolltest.
Du verpasst dir die Einrichtung kaufen zu können, die wirklich zu dir passt, dir gefällt, dir dienlich ist und dich zuhause so richtig wohlfühlen lässt.
Du verschwendest wahnsinnig viel Zeit und Energie, um all die Sachen zu pflegen und zu horten, die du angesammelt hast und nicht loslassen möchtest oder kannst.
Je mehr du aufbewahrst und hortest, desto mehr Platz benötigst du auch dafür.
Nicht nur wirtschaftlich, indem du den Platz bereitstellen musst, du trägst auch Verantwortung dafür.
Bist du bereit noch die Verantwortung zu tragen? Dich darum zu kümmern?
Und letztlich verpasst du die Chance deinen Traum zu leben. Denn, ganz ehrlich. Wenn alles gut so wäre, wie es ist, wärst du dann hier? Würdest du dann diesen Artikel lesen?
Warum fällt es dir so schwer
Loslassen ist oft schwer.
Ob das nun Gedanken sind, Überzeugungen, Routinen, Erlerntes, oder eben das alte Tafelsilber der Tante.
Wir hängen oft an Dingen. Denn wir verknüpfen etwas mit ihnen.
Der Regenschirm erinnert uns an unseren ersten Kuss im Regen.
Das T-Shirt an das Konzert, bei dem wir uns so leicht und frei gefühlt haben.
Der Rucksack ans Traveln durch die große weite Welt, bevor wir sesshaft wurden und alles so ernst und schwer.
Wir hängen an den Dingen, weil wir etwas festhalten wollen.
Meistens ein Gefühl, oder eine Erinnerung.
Und wir denken, wenn ich das jetzt entsorge, dann gibt es nie wieder erste Küsse, oder das Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit.
Mit dem Ding verschwindet all das und zurück bleibt – ja, was bleibt zurück.
Das Jetzt.
Das Erwachsene Ich, dem schon die Haare grau werden oder sind und das schon über die Hälfte des Lebens hinter sich hat.
Damit wollen sich viele nicht auseinandersetzen. Mit der Endlichkeit.
Der Dinge, aber auch des Lebens. Denn so ist nun mal der Lauf des Lebens. Irgendwann endet alles.
Aber ich verrate dir ein Geheimnis. Oder ist es doch keines!?
Das ist schon gut so!
Denn genau das macht das Leben lebenswert.
Der Gedanke irgendwann gehen zu müssen.
Das Wissen, das alles endlich ist.
Das wir nichts für ewig festhalten können.
Und genau darum finde ich es umso wichtiger, sich nur mit dem zu umgeben, was zählt! Was wirklich zählt!
Wenn ich von meinem Kind 100 selbst gemalte Bilder aufhebe, ist keines so richtig wichtig. Wenn ich aber aus jedem wichtigen Abschnitt nur dieses eine, sorgfältig ausgewählte Bild aufhebe, bekommt es nur umso mehr Bedeutung.
Mal abgesehen davon, dass ich mal in einem Artikel gelesen habe, dass wir gar keine Bilder unserer Kinder aufhängen sollten. Uhh, ich höre die entsetzten Aufschreie. Aber ja, ihr Argument war, dass wir diesem einen Bild dann eine besondere Wertung geben. Es über all die anderen Bilder stellen, die das Kind sonst noch gemalt hat. Aber das sei jedem selbst überlassen.
Oder, um nochmal auf das Tafelsilber zurückzukommen. Behältst du es nur, weil es von Omma ist und du dich scheust es wegzugeben?
Oder weil du es einmal im Jahr auspackst, wenn Besuch da ist und es dann jedes Mal verfluchst, weil du es nicht in die Spülmaschine stecken kannst und aufwendig per Hand spülen musst!?
Und nein, die Liebesbriefe, die sich deine Eltern geschrieben haben, müssen nicht aufbewahrt werden. Im Gegenteil. Die gehören geschreddert und endgültig vernichtet. Denn es sind intime Worte, die sich zwei Liebende geschrieben haben und die niemanden – auch dich nicht als Tochter, oder Sohn – etwas angehen. Du liest doch auch nicht die Tagebücher deiner Kinder, oder!? Ich hoffe doch nicht..
Wenn deine Eltern John Lennon waren, oder eine andere berühmte Person, ist das vielleicht noch einmal eine andere Nummer. Dann hat es ja schon fast historischen Wert. Aber ansonsten, weg damit!
Ach, weißt du was, ich verrate dir noch ein Geheimnis, das eigentlich keins ist. Loslassen kann man Üben, trainieren. Dann wird es immer leichter. Bis es irgendwann so leicht ist, dass du dich fragst, wieso es jemals schwer war.
Warum Unterstützung von außen oft sinnvoll ist
Ja, natürlich kannst du das auch alleine. Die Frage ist nur, wann und wie, und macht es dir auch Spaß?
Und ja, natürlich kannst du auch eine Freundin fragen, oder deine Schwester, Tante, Cousin, Schwippschwager usw. Aber überlege bitte vorher genau, ob und wieweit du dich öffnen möchtest und ob du Vertrauen in die Stabilität eurer Beziehung hast.
O-Ton einer Kundin: Und dann hat sie einfach xy weggeschmissen! Mit der rede ich nie mehr!
Jemand von außen ist oft neutraler und wertfreier als eine Freundin und vielleicht auch als du selbst? Diese Frage kannst nur du dir selbst beantworten.
Was aber auf jeden Fall so ist. Mit mir geht es schneller ;-)
Ich habe den Überblick. Ich bin deine Abkürzung. Ich finde klare Worte.
Und nein, ich rate dir nicht noch den 100. Ordnungshelfer anzuschaffen. Ich rate dir abzuschaffen, was geht. Ich propagiere ganz klar und deutlich: Alles! was dir nicht 100%ig dienlich ist, kann weg!
Und ich bin auch kein Fan von Vielleicht-Kisten. 99% in einer Vielleicht-Kiste kann weg. Denn so wirklich überzeugt bist du ja dann nicht, oder? Sonst würdest du dazu stehen und dich auf keinen Fall trennen wollen.
Fazit
Wenn du viel Geld hast, oder auch der Nomadentyp bist, kannst du auch jedes mal umziehen, wenn sich dein Leben verändert. Andere entschließen sich eher, ihr Heim zu behalten und ihren Bedürfnissen anzupassen.
Und immer daran denken - es ist dein Heim!
Dein zuhause, dein Rückzugsort.
Das kann ich gar nicht oft genug betonen! Du wohnst nicht für Instagram, oder die superkritische und penible Freundin, oder die Mama, bei der man vom Fußboden essen kann. Du wohnst für dich!
Okay, vielleicht nicht ganz alleine nur für dich, einige von uns haben auch noch eine Familie. Da muss man sich dann arrangieren. Aber, that´s it.
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